Update Das Kundenmagazin für institutionelle Investoren

  • Editorial

    ACT GLOBAL

    Sehr geehrte Leser,

    seit der Finanzkrise hat sich die finanzielle Repression zu einem wichtigen Instrument der Wirtschafts- und Finanzpolitik entwickelt. Bei unserem zweiten diesjährigen Investment Forum im September führte Neil Dwane – gestützt auf die Einschätzungen unserer Anlageexperten – aus, dass die Europäische Zentralbank ihre unkonventionelle Geldpolitik trotz der zunehmend kritisierten Nebenwirkungen auf absehbare Zeit hinaus fortsetzen dürfte.

    Angesichts des langsamen Wachstums im Euroraum und der nahe null liegenden Inflationsraten liegt es auf den ersten Blick nahe, Parallelen zur Entwicklung der japanischen Wirtschaft in den Neunzigerjahren zu ziehen. Wird Europa „japanisch“? Unsere Volkswirte sind einmütig der Auffassung, dass dies nicht der Fall ist. Das schwache Potenzialwachstum im Euroraum ist vor allem auf die zunehmend ungünstigere demografische Situation und einen strukturellen Rückgang der Produktivität zurückzuführen – zwei Faktoren, die in allen entwickelten Volkswirtschaften zu beobachten sind. Eine nachhaltige Erholung wird nach Auffassung unserer Volkswirte eher durch spezifisch europäische Probleme verhindert, nämlich die zunehmende Bedeutung von separatistischen Bewegungen, die sich aus einer latenten politischen Krise speisen, die anhaltende Anfälligkeit der Bankensysteme und den Mangel an strukturellen Reformen.

    Müssen wir uns angesichts des lahmenden Wachstums, das von drohenden geopolitischen, politischen, makroökonomischen und finanziellen Risiken überschattet wird, mit niedrigen Renditen und höherer Volatilität abfinden? Wenn Anleger ihre Anlageziele kaum allein mithilfe des Beta erreichen können, bleibt ihnen keine andere Wahl, als mithilfe eines risikokontrollierten Ansatzes auf Alpha zu setzen. Dies kann nur durch ein überzeugungsbasiertes, aktives Management erreicht werden. Und wie sehen unsere Überzeugungen aus? Der Euroraum wird durch lahmende Wachstumsraten und negative Realzinsen in Mitleidenschaft gezogen. In diesem Umfeld bietet sich zunehmend eine selektive Diversifizierung zwischen verschiedenen Anlagemöglichkeiten an. Im Rahmen eines aktiven, überzeugungsbasierten Investmentansatzes sollten Anlagen gewählt werden, die möglichst hohe Ertragschancen und ein geringeres Risiko miteinander verbinden.

    Wir sind auf jeden Fall von unseren Investitionsentscheidungen überzeugt und möchten auch Sie gern überzeugen – wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.

    Ihr

    Franck Dixmier, CIO Fixed Income Europe, Allianz Global Investors

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